Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
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Moulagensammlung

Moulagen sind in Größe, Form und Farbe detailgetreue Wachsabformungen krankhaft veränderter Körperregionen und Hautpartien, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorrangig als medizinische Lehr- und Studienmittel eingesetzt wurden. In besonders hohem Maße machte sich die Dermatologie und Venerologie die Möglichkeit der naturgetreuen Wachsabformungen am Patienten für ihr aufstrebendes Fach nutzbar.

Viele Kliniken, so auch die 1917 in Göttingen gegründete Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, bauten daher umfangreiche Sammlungen auf. Zu den bedeutendsten im deutschsprachigen Raum noch erhaltenen Moulagensammlungen gehört die Sammlung der Göttinger Hautklinik, die heute in dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin aufbewahrt wird. Die knapp 80 überwiegend gut erhaltenen Moulagen von hoher Qualität wurden vor allem in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gefertigt und bilden neben verschiedenen anderen Hauterkrankungen im wesentlichen Befunde der damals weit verbreiteten Krankheiten Syphilis, Gonorrhö und Tuberkulose ab.

In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts geriet die Moulagenkunst als nicht mehr zeitgemäßes Instrument der Dokumentation vorübergehend in Vergessenheit, erlebt zurzeit allerdings eine erstaunliche Renaissance. Die medizin- und kulturhistorische Ausstellung "Wachs-Bild-Körper", ein Kooperationsprojekt des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, der Göttinger Hautklinik und des Städtischen Museums, trägt diesem verstärkten Interesse Rechnung. Sie wurde von der Krankenschwester und Kulturanthropologin Dr. Susanne Ude-Koeller initiiert und kuratiert, durch zusätzliche Exponate und Texte kontextualisiert und konnte 2007 erstmalig im Städtischen Museum Göttingen öffentlich präsentiert werden.  Auf der Grundlage dieser Präsentation wurde 2011 die Dauerausstellung in unserem Institut eröffnet. Dem Besucher ermöglicht die Ausstellung beeindruckende Erkenntnisse vielfältiger Art, denn neben den Krankheiten werden auch die Patienten und die Haut, als Hülle des Menschen thematisiert.

Vom 16.09.-16.12.2007 war im Städtischen Museum Göttingen die Ausstellung Wachs Bild Körper zu sehen, mit vielen Exponaten aus der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin.

Sollten Sie Interesse an dem Begleitband zur Ausstellung haben so haben Sie die Möglichkeit ihn hier erwerben.

Unter der folgenden Adresse http://www.sehepunkte.de/2008/02/13867.html kann eine Rezension gelesen werden.

Oder/Und evtl. Link zur Online-Ausgabe des Begleitbandes vom Universitätsverlag Göttingen:

webdoc.sub.gwdg.de/univerlag/2007/moulagen.pdf