Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
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Interdisziplinäres Wahlpflichtseminar für Medizin (Vorklinik/Klinik), offen für Studierende aus anderen Fächern

Demenz: Aktuelle Herausforderungen in Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin und des Gesundheitswesens

 

Im Zuge der demographischen Entwicklung rückt die Demenz als Alterskrankheit in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit. Statistisch gesehen ist jede fünfte Person über 85 von der neurodegenerativen Erkrankung betroffen. Laut Weltalzheimerbericht wird sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 weltweit von derzeit 46 Mio. auf 131 Mio. verdreifachen. Öffentliche Kampagnen weisen auf die hohe Prävalenz und rasche Ausbreitung der Erkrankung, ihre schwerwiegenden Auswirkungen auf die unmittelbar Betroffenen und Pflegenden und die volkswirtschaftlichen Folgekosten hin. Die WHO spricht mit Blick auf Alzheimer Demenz von einer der ‚größten gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts‘, der britische Premier Cameron bezeichnete Alzheimer sogar einmal als die „Pest des 21. Jahrhunderts“. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern diese politische Aufmerksamkeit zur Stigmatisierung oder gar Diskriminierung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen beiträgt oder sie abbaut. Demenz gilt bis heute als nicht heilbare Krankheit, so dass Pflege und soziale Versorgung wesentliche Merkmale einer angemessen Versorgung darstellen. Dies wirft jedoch auch viele Fragen bzgl. der Zuständigkeit familiärer Pflege und dem aktuellen ‚Pflegenotstand‘ auf. Innerhalb der Demenzforschung stehen momentan vorrangig Früherkennung oder Vorhersage von Demenz durch sogenannte Biomarker im Vordergrund, um die Demenz in ihrem langsamen Verlauf besser zu verstehen.
In diesem Seminar wollen wir aus verschiedenen Blickwinkeln das ‚Phänomen Demenz‘ genauer analysieren. Hierfür wollen wir uns gemeinsam medizinethische, wissenschaftstheoretische, medizinanthropologische und gesundheitspolitische Debatten genauer aneignen. Es sollen folgende Fragestellen behandelt werden:

-             Warum hat die Demenz so an Bedeutung für unser Gesundheitssystem gewonnen? Hintergrund, Fakten und Zahlen…

-             Welche theoretischen Debatten haben sich um die Demenz und ihre Abgrenzung zum ‚normalen‘ Altern entsponnen? Krankheitstheorie, Betroffenenperspektive, Prävention und Therapie…

-             Welche ethischen und sozialen Fragen stellen sich angesichts von Früherkennung und Vorhersage? Würden wir wissen wollen, ob wir später an Demenz erkranken und wenn, unter welchen Bedingungen?

-             Welche ethischen und politischen Herausforderungen stellen sich bei der Pflege? Welche Rolle spielen hier geschlechterpolitische und ökonomische Bedingungen?

Dieses Seminar richtet sich an Studierende aus Medizin (Vorklinik/Klinik),  Medizinrecht, Philosophie, Sozial- und Politikwissenschaften.

Organisationsform: gemischte Organisation: 1. Semesterhälfte: wöchentlich 2-stündig, Mittwoch, 14.15-15.45 und  2. Semesterhälfte: 6 stündiger Blockkurs (Termin nach Vereinbarung)

Prüfungsform: Hausarbeit oder Klausur (nach Bedarf); Voraussetzung f. Prüfung sind mind. 3 Kurzzusammenfassung von im Seminar ausgeteilten Texten und aktive Mitarbeit

Beginn: 18.4.18. Ort: Seminarraum des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Humboldtallee 36

Wg. begrenzter Teilnehmerzahl schriftliche Anmeldung erforderlich bis spät. zum 11.4.18 unter sschick@gwdg.de  und im UniVZ/StudIP

 

 

    Allgemeines zur Literaturrecherche

    Für die eigenständige Abfassung von wissenschaftlichen Arbeiten ist eine gründliche Literaturrecherche die wesentliche Grundlage. Sie erhalten in dem PDF-Dokument, welches hier heruntergeladen werden kann eine Übersicht über einige der wichtigsten Datenbanken, die die Literatursuche zu wissenschaftlichen Arbeit in Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin erleichtern. Eine Anleitung zur Literaturrecherche finden Sie hier (PDF)