Die seit Frühjahr 2020 sich global ausbreitende COVID 19 Pandemie hat hierzulande insbesondere eine medizinethische Diskussion um die sog. Triage bei einer möglichen Knappheit von intensivmedizinischen Behandlungsplätzen losgetreten. Welche Themen aus medizin- und bioethischer Sicht werden in anderen Ländern mit anderen Gesundheitsstruktur bzw. (gesundheits)politischen Vorgaben aktuell diskutiert? Die Dissertation soll das Ziel haben, zu dieser wichtigen, global relevanten Diskussion einen explorativen Beitrag zu leisten und Originalstimmen und –perspektiven von Bioethiker*innen weltweit exemplarisch einzufangen, vergleichend auszuwerten und zudem das erhobene Material für Lehrzwecke aufzuarbeiten. Ziel ist nicht die systematisch, allumfassende Erhebung, sondern vielmehr die Kontextualisierung und Situierung von bioethischer Konflikte mittels dieser Studie zu reflektieren. Für die Erhebung kann auf umfangreiche, internationale Kooperationen der AG Kultur und Ethik der Biomedizin und deren Kontakte vielen internationalen Forschungsnetzwerken zurückgriffen werden.

Methodisch soll die Studie auf Video-/Telephon-Interviews mit ca. 30 internationalen Bioethiker*innen, deren Auswertung sowie der Erstellung von ca. 20-3 Kurzpodcasts (je ca. 5-6 min) mit den Expert*innen für eine virtuelle Ausstellung / Online Plattform zur Unterrichtszwecken sowie Inhalts/Konfliktanalyse aufbauen.

 

Die Arbeit findet unter der Betreuung von Professor Dr. Schicktanz statt.

Interessierte sollten folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Vorwissen in und großes Interesse an Medizinethik (nachgewiesen durch erfolgreichen Besuch einschlägiger Lehrveranstaltungen);
  • umfängliche Bereitschaft, sich in Methodik einer qualitativen Erhebung und deren Auswertung mit einer Software einzuarbeiten;
  • sehr gute Englischkenntnisse zur Durchführung von Interviews und Auswertung der internationalen Fachliteratur
  • Kenntnisse (bzw. Bereitschaft zur eigenständigen Einarbeitung) von einschlägiger Software zu Erstellung von Podcasts und online Plattformen.
  • Bereitschaft, mindestens ein Freisemester zu nehmen (siehe allgemeine Bedingungen zur Promotion im Fach Medizinethik http://www.egmed.uni-goettingen.de/index.php?id=126).

Es ist erwünscht, dass die Arbeit zum Sommer 2020 aufgenommen wird. Schriftliche Bewerbungen, zu einem einzigen PDF-Dokument zusammengefasst, sind bis spätestens 30.5.2019 an silke.schicktanz(at)medizin.uni-goettingen.de zu richten. Die Bewerbung sollte ein aussagekräftiges Motivationsschreiben, einen Lebenslauf und eine Übersicht über bisherige Leistungen und relevante Kurse enthalten